25. November 2011 12:00 bis 8. Januar 2012 18:00

Ein Traum vom Theater

Sybille Bergemanns Jahre mit dem Theater Ramba Zamba

Begrüßung
Gisela Kayser, Geschäftsführerin Freundeskreis Willy-Brandt-Haus

Laudatio
Dr. Winfried Sühlo, Staatssekretär Kultur a.D.

Es sprechen
Gisela Höhne, Regisseurin und künstlerische Leiterin Theater RambaZamba
Jonas Ludwig Walter, Fotograf und Kurator der Ausstellung

Sibylle Bergemann (1941-2010) zählt zu den Ikonen der deutschen Gegenwarts-Fotografie. Die Ausstellung Sibylle Bergemanns Jahre mit dem Theater RambaZamba ist eine Hommage an sie und das Theater.
Als Gründungsmitglied der Agentur Ostkreuz, Mitglied der Akademie der Künste Berlin und Fotografin für Die Zeit, das New York Times Magazin, für Spiegel, Stern und Geo erwarb Sibylle Bergemann sich einen internationalen Ruf. Sie, die mit Gespür für das Leise und bewundernswerter Konsequenz die Komposition der Sanftheit pflegte. „Wo sie hinsah, war Komposition“ die Worte ihres Mentors und späteren Ehemanns Arno Fischer.
Bei einer Institution jedoch kumuliert ihre eigene Lebensgeschichte als Fotografin in der DDR mit Anderer Biografie. Es war das integrative Theater RambaZamba in der Berliner Kulturbrauerei. Gegründet von Gisela Höhne und Klaus Erforth – wie Bergemann Persönlichkeiten des kulturellen Lebens mit
gemeinsamer Herkunft aus einem untergegangenen Staat. Eine Begegnung und ein Glücksfall.
Das Theater RambaZamba gilt als das „derzeit wichtigste integrative Theater Deutschlands", an dem fast ausschließlich Schauspieler mit sogenannter (geistiger) Beeinträchtigung professionelles Theaterspiel betreiben.
Es war Zufall, dass Sibylle Bergemann auf dieses augenscheinlich „besondere“ Theater aufmerksam wurde. Aus der besonderen Leidenschaft Bergemanns entstand meist anlässlich der Premieren des Theaters eine einzigartige Langzeitstudie die, von der Fotografin nicht als geschlossene Serie konzipiert, nun erstmals zur Ausstellung kommt.
Viele der ausgewählten Bilder werden erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Gezeigt werden analoge Handabzüge der Fotografin sowie neue Prints und originale Polaroids. Diese gewinnen eine ganz
besondere Bedeutung im Umgang mit dem Thema des anders Seins. Die kleinformatigen Polaroids, erschließen sich dem Betrachter in ihrer Unmittelbarkeit nur durch sehr nahe Betrachtung. Besonders darauf legt das „Behindertentheater“ großen Wert: die Annäherung an eine oftmals belächelte, „randständige“ Kunst. Die Aufforderung „treten Sie näher“ wäre mit Sicherheit auch im Sinne der Fotografin.